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Mehr als eine "Auch"-Geschichte Das Problem ist so alt wie die Frauenforschung selbst: Frauen in der Geschichte sind unsichtbar. Will man sie aufs historische Parkett heben, kann dies in zweierlei Weise geschehen: Man erklärt, sie hätten, neben der großen Männergeschichte, "auch" eine Geschichte; oder frau setzt sich selbst als Ausgangspunkt und behauptet, von diesem aus sei alle übrige zu beleuchten. Der erste Ansatz bedeutet, Frauen zur "allgemeinen" Geschichte hinzu zu addieren; der letztere zwingt dazu, eine ganz neue Geschichtsschreibung, neue Periodisierungen auszuarbeiten und in die "alte" einzuschreiben. Aus dieser letzten Perspektive versuchen Kirsten Heinsohn und Stefanie Schüler-Springorum als Herausgeberinnen die deutsch-jüdische Frauengeschichte neu zu deuten: Was, zum Beispiel, fragen sie, bedeutet die per se privat agierende Familie für die Bewahrung der jüdischen Tradition, welchen Anteil haben Frauen daran? Wie beteiligen sie sich an der Ausbildung einer neuen jüdischen Identität? Wo positionieren sich Frauen zwischen Tradition und Assimilierung, welche Rolle spielen die jüdischen Frauenvereine, weshalb heftet sich der Tops der "neuen Frau" der zwanziger Jahre mit Vorliebe an jüdische Frauen und welche welchen Einfluss haben intellektuelle jüdische Frauen auf das weibliche Selbstbild? Ihr Sammelband gibt eine Vielzahl von spannenden, zum Teil widersprüchlichen und streitbaren Antworten, ohne den Anspruch, die "eine" jüdische Frauengeschichte formulieren zu wollen.
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